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Die Schweiz erlebt einen Fussballboom



Die Erfolge der Schweizer Nationalmannschaft zeigt seine Auswirkungen. Zu Beginn der Saison 2005/2006 hatten nicht weniger als 231 149 Fussballerinnen und Fussballer eine Lizenz gelöst. Darunter befanden sich 30976 D-Junioren sowie 29 288 C-Junioren.

Von Hans Toggenburger

1993 qualifizierte sich die Schweizer Fussballnationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in den USA. Die Folge davon war ein erster Fussballboom der Neuzeit. 1995 übertraf die Zahl der Lizenzierten mit 204 274 (+ 6771) erstmals eine zuvor als unüberwindlich angesehene Schallmauer. Die Spitze wurde drei Jahre später mit 214 595 Spielern im Jahr 1998 erreicht. Danach setzte bekanntlich eine sehr schwierige Phase der Nationalmannschaft ein, und prompt ging die Spiellust beim Nachwuchs drastisch zurück. In drei Jahren war man bis 2001 wieder auf 207 514 Spieler zurückgegangen.

Aufschwung in der Aera Kuhn
Danach übernahm Jakob Kuhn die Nationalmannschaft und führte sie an die EURO 2004 in Portugal und die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Ebenso wichtig waren aber die zahlreichen Erfolge der Juniorennationalmannschaften, vor allem natürlich der EM-Titel der U17-Junioren im Jahr 2002. Daher nimmt die Zahl der lizenzierten Spieler seit 2001 laufend zu, obwohl manch ein Klub mittlerweile eine Warteliste eingeführt hat. 2003 waren es bereits wieder 218 403. Wiederum zwei Jahre später zählte man sogar 228 464 lizenzierte Spieler. Und mit Beginn der neuen Saison waren es nochmals 2685 Fussballbegeisterte mehr. Das ist natürlich eine hoch erfreuliche Entwicklung, und man braucht kein Prophet zu sein, um im Jahr 2008, dem Jahr der EURO in der Schweiz und in Österreich, einen neuerlichen Rekord zu prophezeien.

Zu wenige Vereine, Trainer, Plätze
Einen ganz gewichtigen Haken hat dieser Fussballboom allerdings. Die Zahl der Vereine, welche diese Spieler betreuen, nimmt laufend ab. Im Jahr 1996 waren es noch 1484 Klubs gewesen (bei 210 343 Spielern), nun sind es nur noch 1414 Vereine (bei 231 149 Spielern). Betreute demnach 1996 ein Verein im Durchschnitt 142 Spieler, so sind es nun bereits 163 Akteure. Das ginge ja noch, wenn nicht die Last ziemlich ungleich verteilt wäre? Erschwerend kommt hinzu, dass es an gut ausgebildeten Trainern mangelt und deshalb die jüngsten Mannschaften sehr oft von älteren Junioren oder Eltern betreut werden. Vor allem aber hat es in den grossen Städten zu wenige Fussballplätze, um allen Spielhungrigen wirklich optimale Bedingungen zu gewähren.

Zürich ist der grösste Regionalverband
Zu Saisonbeginn 2006/2007 zählte der Fussballverband der Region Zürich FVRZ mit 35 414 Mitgliedern die meisten Fussballer aller 13 Regionalverbände, gefolgt von Basel-Jura/FVBJ (30 502) und der Ostschweiz OFV (26 091). In Zürich waren neben über 7300 Aktiven und über 7800 Senioren und Veteranen auch 299 F-Junioren, 2458 E-Junioren, 5109 D-Junioren, 4953 C-Junioren, 3782 B-Junioren sowie 3631 A-Junioren angemeldet.

1992 - 1994 sind die Fussballerjahrgänge
Schweizweit zählen wir gegenwärtig 5670 E-Junioren (Vorjahr 4054), 30 976 D-Junioren (31 828), 29 285 C-Junioren (28 083), 22 644 B-Junioren (21 464) sowie 23 209 A-Junioren (22 284). Das Gros der Spieler scheint sich allmählich mit den starken Jahrgängen (ab 1992) nach oben zu verschieben. Die Jahrgänge 1992-1994 sind besonders fussballverrückt und zählen alle drei mehr als 15 300 lizenzierte Spieler, während es vorher und nachher doch deutlich weniger sind. Ob der Run auf den Fussballplatz - mit den geburtenschwächeren Jahrgängen - wirklich abnehmen wird, muss zuerst abgewartet werden, da viele Junge erst im D-Juniorenalter einem Verein beitreten möchten.

Kreative Lösungen sind gefragt
So oder so ist man auf kreative Lösungen angewiesen, will man möglichst alle kleinen Fussballer (und immer mehr Fussballerinnen) geeignete Spielmöglichkeiten verschaffen. Die Credit Suisse hat deshalb die Young Kickers Foundation (siehe dazu unter www.symphasis.ch ) gegründet, welche neuen Ideen zum Durchbruch verhelfen soll. Und auch GOAL Generation möchte mit dem Projekt GG First Generation einen positiven Beitrag zur spielerischen Lösung des Platz- und Vereinsnotstands leisten. Mehr Infos unter GG First Generation

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